Fakten & Vorurteile
Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben noch immer im Vergleich zu den jüngeren sehr ungünstige Beschäftigungschancen. Wer eine bestimmte Altersgrenze erreicht hat und aus der Arbeitslosigkeit heraus einen neuen Job sucht, ist somit gleich mit zwei Vermittlungshemmnissen belastet. Vorbehalte von potenziellen Arbeitgebern hinsichtlich des körperlichen oder geistigen Leistungsvermögens oder der Lernmotivation erschweren häufig eine Beschäftigung Älterer. Dabei zeigen Forschungsergebnisse, dass diese vielfach sogar bessere Leistungen bringen als jüngere. Selbst bei Tätigkeiten, die mit hoher physischer Belastung verbunden sind, schneiden Ältere oft besser ab, weil sie nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit durch Erfahrung ausgleichen. Vor allem komplexe Aufgaben werden von ihnen besser bewältigt.
Vorurteil 1: Mangelnde Verantwortung?
Ältere Beschäftigte lehnen sich eher mal zurück und leisten somit einen geringeren Beitrag zum Unternehmenserfolg als jüngere.
Fakt ist:
Ältere Beschäftigte zeigen gegenüber dem Unternehmen eine höhere Verantwortung und eine höhere Loyalität.
Laut einer Studie durch die Zeitarbeitsfirma Randstad unter mehr als 400 Personalentscheider/innen halten 61,1 Prozent der befragten Unternehmen ältere Mitarbeiter/innen für verlässlicher und loyaler dem Unternehmen gegenüber.
Quelle: Untersuchung der Zeitarbeitsfirma Randstad
Vorurteil 2: schwächere Gesundheit?
Ältere Beschäftigte werden öfter krank als jüngere.
Fakt ist:
Ältere Arbeitnehmer/innen sind seltener krank als jüngere Beschäftigte: Ein/e Arbeitnehmer/in bis 24 Jahre erkrankt im Schnitt 2,2 Mal im Jahr, ein/e ältere/r Beschäftigte/r ab 55 nur 1,4 Mal.
Quelle: AOK
Vorurteil 3: Fehlende geistige Leistungsfähigkeit?
Mit zunehmendem Alter nimmt die geistige Leistungsfähigkeit ab.
Fakt ist:
Studien haben ergeben, dass gerade die intellektuellen Fähigkeiten wie Urteilsvermögen, Genauigkeit, Erfahrungswissen, Ausdrucksfähigkeit und abwägende Wahrnehmung mit dem Alter sogar noch weiter zunehmen.
Quelle: Wirtschafts- und Berufserziehung 11/04
Vorurteil 4: Mangelnder Einsatz?
Ältere Beschäftigte sind weniger leistungsfähig als jüngere.
Fakt ist:
Leistungsfähigkeit ist keine Frage des Alters, sondern der Bildung und des Engagements.
Ältere Beschäftigte, die sich weiterbilden und sich durch Sport oder andere Ausgleichsaktivitäten fit halten, legen im Alter an Leistungsfähigkeit im Vergleich zu jüngeren Kollegen sogar noch zu.
Quelle: Langzeitstudie »FinnAge - Respect for Ageing« der Finnischen Regierung
Vorurteil 5: unflexibel?
Ältere Beschäftigte sind unflexibler als jüngere.
Fakt ist:
Ältere Beschäftigte sind zeitlich wesentlich flexibler als jüngere, da sie
unabhängiger von familiären und finanziellen Verpflichtungen sind.
Quelle: Studie der Universität Tübingen www.wip-online.org
Vorurteil 6: unproduktiv?
Ältere Beschäftigte sind unproduktiver als jüngere.
Fakt ist:
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Produktivität und dem Alter der Beschäftigten.
In Ländern wie Irland oder Norwegen sind 50 bzw. 68 Prozent aller Menschen über 55 erwerbstätig (Deutschland: 39 Prozent).
Die Arbeitsproduktivität in diesen Ländern liegt um 12 bzw. 35 Prozent höher als in Deutschland.
Quelle: OECD

